Immer mehr Leute wollen über andere Personen sprechen, ohne diese einem der beiden traditionellen Geschlechter zuzuordnen. Schriftlich benutzen viele z. B. das Gendersternchen („Bürger*innen“), aber das ist nur schwer aussprechbar und funktioniert nicht bei allen Wörtern.

Auf dieser Webseite wird das De-Hen-E-System vorgestellt, das darauf abzielt, leicht aussprechbare geschlechtsneutrale Wörter in die deutsche Sprache zu integrieren. Das De-Hen-E-System führt geschlechtsneutrale Substantive mit der Endung -e ein. Der dazugehörige geschlechtsneutrale Artikel lautet de:

de Bürgere – de Schülere – de Studente – de Aktiviste – de Arzte

Wenn wie bei Kollege oder Kunde schon die männliche Form auf -e endet oder wie bei Freund oder Sekretär die Mehrzahl durch Anhängen von -e gebildet wird, so wird für die geschlechtsneutrale Form stattdessen -ern verwendet:

de Kollegern – de Kundern – de Freundern – de Sekretärern

Die Mehrzahl der geschlechtsneutralen Form endet immer auf -erne:

die Bürgerne – die Schülerne – die Studenterne – die Aktivisterne – die Ärzterne

die Kollegerne – die Kunderne – die Freunderne – die Sekretärerne

Als unbestimmter Artikel wird ein verwendet. Das dazugehörige geschlechtsneutrale Pronomen lautet hen. Die neuen geschlechtsneutralen Formen werden wie folgt dekliniert:

Wer?de gute Schülereein gute Schülerehen
Wessen?ders guten Schülereeiners guten Schüleresihr
Wem?derm guten Schülereeinerm guten Schülereihrm
Wen?de gute Schülereein gute Schülerehen

Hier ein Textbeispiel:

Tanwarin Sukkhapisit ist ein thailändische Filmemachere und Politikere mit nicht-binärer Geschlechtsidentität. Hen ist für Kurzfilme und Spielfilme bekannt, die sich mit der LGBT-Erfahrung auseinandersetzen. Bei den Wahlen im Jahr 2019 wurde hen zurm ersten offen transidenten Abgeordneten im thailändischen Parlament. Als Hauptprioritäten sihrer Abgeordnetentätigkeit hat Tanwarin sihren Einsatz für die Ehe für alle sowie für eine Überarbeitung des schulischen Sexualkundeunterrichts genannt.

Zur Veranschaulichung des De-Hen-E-Systems an längeren Beispielstexten gibt es eine Seite über bekannte nicht-binäre Personen.

Außerdem gibt es eine ausführliche Beschreibung des De-Hen-E-Systems.

Es gibt mittlerweile verschiedene Vorschläge dazu, wie man sich im Deutschen geschlechtsneutral ausdrücken könnte. Wir haben eine Umfrage unter 500 an diesem Thema interessierten Personen durchgeführt, um zu ermitteln, welche Vorschläge am besten ankommen. Bei dieser ersten Umfrage ging es erst einmal nur um die Grundformen im Wer-Fall. Von elf Vorschlägen für geschlechtsneutrale Substantive hat die Endung -e am besten abgeschnitten. Von elf Vorschlägen für den bestimmten Artikel haben de und dey am besten abgeschnitten. Von siebzehn Vorschlägen für den unbestimmten Artikel hat ein am besten abgeschnitten. Von zwanzig Vorschlägen für das geschlechtsneutrale Pronomen haben hen und dey am besten abgeschnitten. Das De-Hen-E-System trifft also eine Auswahl unter den bei der Umfrage beliebtesten Grundformen und erweitert diese um weitere Formen für die Mehrzahl und für die anderen grammatischen Fälle.

Wir planen in weiteren Umfragen zu überprüfen, wie beliebt das De-Hen-E-System im Vergleich zu anderen vorgeschlagenen Systemen für geschlechtsneutrales Deutsch ist. Falls Du daran interessiert bist, bei der Entwicklung, Bewertung und Verbreitung solcher Vorschläge mitzuwirken, kannst Du einem der drei dafür eingerichteten Diskussionsforen beitreten: