Deklinationstabellen des Del-On-Sel-Systems

Das Del-On-Sel-System führt einen neuen Genus, also ein neues grammatikalisches „Geschlecht“, ein, das anders als das Maskulinum und das Femininum keinen Bezug zu einem der beiden traditionellen Geschlechter hat, und anders als das Neutrum nicht den Eindruck erweckt, dass über eine Sache gesprochen wird. Dieses neue Genus nennt sich Utrum und wird bei Artikelwörtern und Pronomen durch die Endungen -el (im Nominativ und Akkusativ) und -erl (im Genitiv und Dativ) gekennzeichnet. Das Personalpronomen lautet im Utrum sel.

Im Allgemeinen lässt sich die Deklination im Utrum durch zwei Prinzipien erklären:

  • Der bestimmte Artikel del, der unbestimmte Artikel einel und die Adjektive im Utrum werden ähnlich wie im Femininum dekliniert, nur dass immer ein -l an die femininen Endungen -e und -er angehängt wird.
  • Die Deklination des Pronomens sel orientiert sich an der Deklination von del, lautet also sel/serl/serl/sel in den vier grammatikalischen Fällen.

Allerdings gibt es ein paar wenige Sonderfälle, die durch diese Erklärung nicht abgedeckt sind, z.B. dass die Genitiv-Form des Relativpronomens, welche im Maskulinum und im Neutrum dessen und im Femininum deren lautet, im Utrum derlen lautet.

Um alle Sonderfälle abzudecken und jegliche Zweifel über die korrekte Anwendung der neuen Endungen aus der Welt zu schaffen, wird auf dieser Seite eine detaillierte Übersicht darüber gegeben, wie die neuen Endungen und das neue Pronomen in verschiedenen grammatikalischen Kontexten verwendet werden können. Zu diesem Zwecke werden Deklinationstabellen verwendet, in denen die Utrum-Formen mit den traditionellen Formen im Maskulinum, Femininum und Neutrum verglichen werden. Da diese Seite auf Vollständigkeit abzielt, ist sie sehr detailliert und umfangreich. Es gibt auch eine sehr kurze Schnellübersicht über das Del-On-Sel-System, sowie die mittel-lange Ausführliche Beschreibung des Del-On-Sel-Systems.

Artikelwörter (Determinative)

Artikelwörter (auch Determinative genannt) sind eine Klasse von Wörtern, die neben dem bestimmten Artikel der/die/das und dem unbestimmten Artikel ein/eine/ein auch Wörter wie diese(r/s), kein(e), irgendein(e), jede(r/s), manche(r/s), welche(r/s) und jene(r/s) enthalten, und sich dadurch kennzeichnen, dass sie Substantive begleiten. In den folgenden Tabellen werden sie daher stets in einem Ausdruck mit einem Substantiv aufgelistet. Dieses Substantiv lässt sich natürlich beliebig durch ein anderes Substantiv desselben Genus ersetzen.

Wie sich an den Tabellen erkennen lässt, wird bei allen Artikelwörtern im Nominativ und Akkusativ immer die Endung -el verwendet, und im Genitiv und Dativ immer die Endung -erl.


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ der Schüler die Schülerin das Buch del Schüleron
Genitiv des Schülers der Schülerin des Buches derl Schüleron
Dativ dem Schüler der Schülerin dem Buch derl Schüleron
Akkusativ den Schüler die Schülerin das Buch del Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ ein Schüler eine Schülerin ein Buch einel Schüleron
Genitiv eines Schülers einer Schülerin eines Buches einerl Schüleron
Dativ einem Schüler einer Schülerin einem Buch einerl Schüleron
Akkusativ einen Schüler eine Schülerin ein Buch einel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ dieser Schüler diese Schülerin dieses Buch diesel Schüleron
Genitiv dieses Schülers dieser Schülerin dieses Buches dieserl Schüleron
Dativ diesem Schüler dieser Schülerin diesem Buch dieserl Schüleron
Akkusativ diesen Schüler diese Schülerin dieses Buch diesel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ kein Schüler keine Schülerin kein Buch keinel Schüleron
Genitiv keines Schülers keiner Schülerin keines Buches keinerl Schüleron
Dativ keinem Schüler keiner Schülerin keinem Buch keinerl Schüleron
Akkusativ keinen Schüler keine Schülerin kein Buch keinel Schüleron

Die Utrum-Deklination der anderen Artikelwörter (z.B. irgendeinel, jedel, manchel, welchel und jenel) folgt demselben Muster.

Die meisten Artikelwörter können im Nominativ, Dativ und Akkusativ auch eigenständig als Pronomen verwendet werden, also ohne darauffolgendes Substantiv. Die Wörter ein und kein, die in ihrer Verwendung als Artikelwörter im Nominativ-Maskulinum, im Nominativ-Neutrum und im Akkusativ-Neutrum keine Endung haben, kriegen als eigenständige Pronomen immer eine Endung. Im Utrum hingegen ändert sich genauso wie im Femininum nichts bei der Deklination dieser Wörter, wenn sie als eigenständige Pronomen verwendet werden:


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ einer eine eines einel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ einem einer einem einerl
Akkusativ einen eine eines einel

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ keiner keine keines keinel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ keinem keiner keinem keinerl
Akkusativ keinen keine keines keinel

Die Formen einem und einen werden traditionell auch als Dativ- und Akkusativ-Form des Pronomens man verwendet, z.B. „Wenn man unvorsichtig ist, dann kann einem so etwas halt passieren.“ Im Del-On-Sel-System kann stattdessen natürlich auf die Utrum-Formen einerl und einel zurückgegriffen werden. Wer sich an der Nominativ-Form man stört, kann einel auch im Nominativ verwenden, z.B.: „Wenn einel unvorsichtig ist, dann kann einerl so etwas halt passieren.“ Eine andere Alternative ist es, im Nominativ mensch zu verwenden, z.B.: „Wenn mensch unvorsichtig ist, dann kann einerl so etwas halt passieren.“

Adjektive

Bei den traditionellen Genera (Maskulinum, Femininum und Neutrum) funktioniert die Deklination der Adjektive nach relativ komplizierten Prinzipien, bei der die Unterscheidung zwischen starken Endungen und schwachen Endungen eine Rolle spielt. Für die Deklination im Utrum muss man nur Folgendes wissen: Im Nominativ und Akkusativ wird genauso wie bei den Artikeln immer die Endung -el verwendet. Im Genitiv und Dativ hingegen wird die bei den Artikeln verwendete Endung -erl als eine starke Endung gedeutet, was bedeutet, dass sie bei Adjektiven nur in dem relativ seltenen Fall benutzt wird, dass vor dem Adjektiv kein Artikelwort steht. In dem weitaus häufigeren Fall, dass ein Artikelwort vor dem Adjektiv steht, wird hingegen im Genitiv und Dativ des Utrums genauso wie im Genitiv und Dativ des Maskulinums, des Femininums und des Neutrums die schwache Endung -en verwendet. Die folgenden drei Tabellen zeigen auf, was das im Einzelfall genau bedeutet:


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ der gute Lehrer die gute Lehrerin das gute Buch del gutel Schüleron
Genitiv des guten Lehrers der guten Lehrerin des guten Buches derl guten Schüleron
Dativ dem guten Lehrer der guten Lehrerin dem guten Buch derl guten Schüleron
Akkusativ den guten Lehrer die gute Lehrerin das gute Buch del gutel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ ein guter Lehrereine gute Lehrerinein gutes Bucheinel gutel Schüleron
Genitiv eines guten Lehrerseiner guten Lehrerineines guten Bucheseinerl guten Schüleron
Dativ einem guten Lehrereiner guten Lehrerineinem guten Bucheinerl guten Schüleron
Akkusativ einen guten Lehrereine gute Lehrerinein gutes Bucheinel gutel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ guter Lehrer gute Lehrerin gutes Buch gutel Schüleron
Genitiv guten Lehrers guter Lehrerin guten Buches guterl Schüleron
Dativ gutem Lehrer guter Lehrerin gutem Buch guterl Schüleron
Akkusativ guten Lehrer gute Lehrerin gutes Buch gutel Schüleron

Zur letzten Tabelle sollte noch angemerkt werden, dass diese hier zwar der Vollständigkeit halber aufgeführt ist, dass es im Deutschen allerdings außerhalb von Anreden (die ja immer im Nominativ stehen) kaum vorkommt, dass ein Substantiv, das eine Person bezeichnet, von einem Adjektiv begleitet wird, ohne gleichzeitig auch von einem Artikelwort begleitet zu werden. Daher wird die letzte Tabelle mit den starken Adjektiv-Endungen nur sehr selten benötigt. Hier ein Beispielssatz, wo dieser seltene Fall doch eintritt: „Trotz guterl Lehreron habe ich nichts gelernt.“ Außerdem werden in Titeln und Stellenanzeigen manchmal Artikel weggelassen, was dann auch zur Verwendung einer starken Adjektiv-Endungen führt, z.B. Folgendes als Titel eines Zeitungsartikels: „Gerichtstermin mit anonymerl Zeugon festgelegt“

Personalpronomen

Zu den Personalpronomen des Deutschen zählen die Wörter ich, du, er, sie (feminin), es, wir, ihr, sie (Plural), sowie die höfliche Anredeform Sie. Die Personalpronomen er, sie (feminin) und es, die sich auf eine einzelne von derl Sprecheron und Adressaton verschiedene Person beziehen, heißen Personalpronomen der dritten Person Singular. Zu den drei traditionellen Personalpronomen der dritten Person Singular kommt im Del-On-Sel-System das neue Utrum-Pronomen sel hinzu:


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ er sie es sel
Genitiv (seiner) (ihrer) (seiner) (serler)
Dativ ihm ihr ihm serl
Akkusativ ihn sie es sel

Die Genitiv-Form der Personalpronomen steht in Klammern, da diese im modernen Sprachgebrauch kaum noch vorkommt. Wenn ein im Genitiv stehendes Substantiv durch ein Pronomen ersetzt wird, wird nämlich normalerweise nicht ein im Genitiv stehendes Personalpronomen verwendet, sondern ein Possessivpronomen (bzw. ein Possessivdeterminativ). Die Possessivpronomen, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen, ähneln von der Form her den Personalpronomen im Genitiv, sind aber grammatikalisch etwas anderes. Hier ein Beispiel für einen etwas altmodisch klingenden Satz, in dem ausnahmsweise doch die Genitiv-Form eines Personalpronomens verwendet wird: „Wir gedenken ihrer.“ Wenn die feminine Form „ihrer“ durch die geschlechtsneutrale Utrum-Form ersetzt wird, lautet dieser Satz wie folgt: „Wir gedenken serler.“

Possessivpronomen und Possessivdeterminative

Possessivpronomen wie meine(r/s), deine(r/s), seine(r/s) und ihre(r/s) werden verwendet, um ein Verhältnis zwischen zwei Dingen zum Ausdruck zu bringen, z.B. ein Besitzverhältnis („Dieses Buch ist meines“) oder ein Verwandtschaftverhältnis („Dieses Kind ist nicht meines“). Auch wenn nicht immer ein Besitzverhältnis gemeint ist, nenne ich der Einfachheit halber die beiden Objekte, die miteinander in Bezug gesetzt werden, besitzendes Objekt und besessenes Objekt.

Ein Possessivpronomen wie meines besteht aus einem Wortstamm mein- und einer Endung -es. Der Wortstamm des Possessivpronomens hängt davon ab, wer oder was die besitzende Person oder das besitzende Objekt ist. Die Endung hängt davon ab, welches Genus das Substantiv hat, das das besessene Objekt oder die besessene Person bezeichnet, und in welchem Kasus und Numerus das Possessivpronomen steht. So wird in dem Satz „Dieses Buch ist meines“ der Wortstamm mein- gewählt, weil die besitzende Person del Sprecheron ist, und es wird die Endung -es gewählt, weil das Wort Buch ein Neutrum-Substantiv ist und weil meines in diesem Satz im Nominativ-Singular steht.

Bei den Possessivpronomen der dritten Person Singular hängt die Wahl des Wortstammes von dem Genus oder dem natürlichen Geschlecht der besitzenden Person bzw. des besitzenden Objekts ab: Der Wortstamm sein- wird verwendet, wenn die besitzende Person männlich ist, oder wenn die besitzende Person oder das besitzende Objekt davor mit einem Substantiv im Maskluinum oder Neutrum bezeichnet wurde. Der Wortstamm ihr- wird verwendet, wenn die besitzende Person weiblich ist, oder wenn die besitzende Person oder das besitzende Objekt davor mit einem Substantiv im Femininum bezeichnet wurde. Im Del-On-Sel-System kommt zu diesen beiden Wortstämmen für Possessivpronomen noch der dritte Wortstamm serl- dazu, der verwendet werden kann, wenn das Geschlecht der besitzenden Person nicht genannt werden soll oder nichtbinär ist, oder wenn die besitzende Person davor mit einem Substantiv im Utrum bezeichnet wurde.

Der Begriff Possessivpronomen wird in der traditionellen Schulgrammatik für zwei sprachliche Phänomene verwendet, die in der modernen sprachwissenschaftlichen Grammatik meistens getrennt voneinander behandelt werden: Die Possessivpronomen im engeren, sprachwissenschafltichen Sinn werden eigenständig, als ohne nachstehendes Substantiv, verwendet. Die Possessivdeterminative hingegen werden mit nachstehendem Substantiv verwendet. Die Endungen der Possessivdeterminative werden auf dieselbe Weise gebildet wie die Endungen der Artikelwörter ein und kein. Dies wird hier am Beispiel der Possessivdeterminative mein, sein, ihr und serl veranschaulicht:


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ mein Schüler meine Schülerin mein Buch meinel Schüleron
Genitiv meines Schülers meiner Schülerin meines Buches meinerl Schüleron
Dativ meinem Schüler meiner Schülerin meinem Buch meinerl Schüleron
Akkusativ meinen Schüler meine Schülerin mein Buch meinel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ sein Schüler seine Schülerin sein Buch seinel Schüleron
Genitiv seines Schülers seiner Schülerin seines Buches seinerl Schüleron
Dativ seinem Schüler seiner Schülerin seinem Buch seinerl Schüleron
Akkusativ seinen Schüler seine Schülerin sein Buch seinel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ ihr Schüler ihre Schülerin ihr Buch ihrel Schüleron
Genitiv ihres Schülers ihrer Schülerin ihres Buches ihrerl Schüleron
Dativ ihrem Schüler ihrer Schülerin ihrem Buch ihrerl Schüleron
Akkusativ ihren Schüler ihre Schülerin ihre Buch ihrel Schüleron

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ serl Schüler serle Schülerin serl Buch serlel Schüleron
Genitiv serles Schülers serler Schülerin serles Buches serlerl Schüleron
Dativ serlem Schüler serler Schülerin serlem Buch serlerl Schüleron
Akkusativ serlen Schüler serle Schülerin serl Buch serlel Schüleron

Hier einige Beispiele dazu, wie die neuen Possessivdeterminative verwendet werden können:

  • Wenn es um einen männlichen Schüler geht und das Geschlecht derl Lehreron ungenannt bleiben soll oder nichtbinär ist, kann serl Schüler verwendet werden.
  • Wenn eine weibliche Lehrerin einel Schüleron hat, derlen Geschlecht ungenannt bleiben soll oder nichtbinär ist, kann ihrel Schüleron verwendet werden.
  • Wenn sowohl das Geschlecht derl Lehreron als auch das Geschlecht derl Schüleron ungenannt bleiben soll oder nichtbinär ist, kann serlel Schüleron verwendet werden.
  • Wenn der Ausdruck serlel Schüleron ins Genitiv oder Dativ gesetzt wird, wird daraus serlerl Schüleron, z.B.: „Sel hat sich das Heft serlerl Schüleron angeschaut.“

Im Nominativ, Dativ und Akkusativ können die Possessivpronomen als Pronomen im engeren Sinne, also als eigenständige Pronomen ohne begleitendes Substantiv verwendet werden. In diesem Fall werden sie im Maskulinum und Neutrum etwas anders dekliniert als die Possessivdeterminative, nämlich genauso wie eine(r/s) und keine(r/s) als eigenständige Pronomen dekliniert werden (siehe das Ende des Abschnitts Artikelwörter). Im Utrum hingegen ändert sich nichts:


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ meiner meine meines meinel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ meinem meiner meinem meinerl
Akkusativ meinen meine meines meinel

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ seiner seine seines seinel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ seinem seiner seinem seinerl
Akkusativ seinen seine seines seinel

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ ihrer ihre ihres ihrel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ ihrem ihrer ihrem ihrerl
Akkusativ ihren ihre ihres ihrel

Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ serler serle serles serlel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ serlem serler serlem serlerl
Akkusativ serlen serle serles serlel

Relativpronomen

Es gibt im Deutschen drei Gruppen von Relativpronomen, also Pronomen, mit denen ein Relativsatz eingeführt werden kann.

Die erste Gruppe von Relativpronomen ist im Nominativ, Dativ und Akkusativ mit dem bestimmten Artikel der/die/das identisch, hat aber im Genitiv die Formen dessen und deren. Im Utrum wird dieses Relativpronomen im Nominativ, Dativ und Akkusativ genauso dekliniert wie der bestimmte Artikel del, wobei für den Genitiv die Sonderform derlen verwendet wird:


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ der die das del
Genitiv dessen deren dessen derlen
Dativ dem der dem derl
Akkusativ den die das del

Hier vier Beispielssätze, in denen das Relativpronomen in den vier grammatikalischen Fällen verwendet wird:

  • Nominativ: Das ist del Schüleron, del gestern einen Vortrag gehalten hat.
  • Genitiv: Das ist del Schüleron, derlen Handy ich auf dem Schulhof gefunden habe.
  • Dativ: Das ist del Schüleron, derl ich eine gute Note gegeben habe.
  • Akkusativ: Das ist del Schüleron, del ich an die Tafel gerufen habe.

Im Nominativ, Dativ und Akkusativ kann statt diesen dem bestimmten Artikel sehr ähnlichen Relativpronomen auch welche(r/s/l) als Relativpronomen verwendet werden. In diesem Fall wird welche(r/s/l) genauso dekliniert wie das Frage-Artikelwort welche(r/s/l) dekliniert wird, wenn es als eigenständiges Frage-Pronomen verwendet wird (vergleiche dazu die Erklärungen im Abschnitt Artikelwörter):


Maskulinum Femininum Neutrum Utrum
Nominativ welcher welche welches welchel
Genitiv ––– ––– ––– –––
Dativ welchem welcher welchem welcherl
Akkusativ welchen welche welches welchel

Des Weiteren können auch die Fragewörter wer/wessen/wem/wen und was als Relativpronomen verwendet werden. An diesen Wörtern ändert sich im Del-On-Sel-System nichts, egal ob sie als Fragepronomen oder als Relativpronomen verwendet werden. Bei einem Relativsatz mit wer/wessen/wem/wen wird im traditionellen Sprachgebrauch manchmal der im Hauptsatz verwendet, um sich auf die vom Relativsatz bezeichnete Person zu beziehen, z.B.: „Wer zu der Party kommen will, der soll etwas zu trinken mitbringen.“ Dieser Gebrauch von der ist zwar nicht mit dem Relativpronomen der/dessen/dem/den gleichzusetzen, wird aber genauso dekliniert, wie an dem folgenden Beispielsatz zu erkennen ist: „Wer hier parkt, dessen Auto wird ohne Vorwarnung abgeschleppt.“ Dieser generisch-maskuline Gebrauch von der/dessen/dem/den kann im Del-On-Sel-System durch die Utrum-Formen del/derlen/derl/del ersetzt werden, z.B.:

  • Wer zu der Party kommen will, del soll etwas zu trinken mitbringen.
  • Wer hier parkt, derlen Auto wird ohne Vorwarnung abgeschleppt.
  • Wer so etwas sagt, mit derl will ich nichts zu tun haben.
  • Wem ich vertrauen kann, del lade ich auch zu meiner Party ein.

Die Pronomen jemand und niemand

Die Pronomen jemand und niemand sind zwar von der Bedeutung her schon geschlechtsneutral, aber ihre Deklination folgt den Deklinationsmustern des Maskulinums: jemand/jemand(e)s/jemandem/jemanden und niemand/niemand(e)s/niemandem/niemanden. Da diese Deklination als eine Ausprägung des generischen Maskulinums angesehen werden kann, gibt es sicher einige Menschen, die dies gerne vermeiden. Es ist zwar schon in der traditionellen Grammatik erlaubt, diese Wörter auch in Situationen, wo ein Dativ oder Akkusativ stehen muss, in ihrer undeklinierten Grundform zu verwenden, aber falls jemand sie doch gerne deklinieren will oder im Genitiv eine nicht an das generische Maskulinum erinnernde Form verwenden will, kann sel diese Wörter auch ensprechend der Deklinationsmuster des Utrums deklinieren. Dabei wird genauso wie bei allen Utrum-Formen kein Unterschied zwischen Nominativ und Akkusativ gemacht, so dass auch im Akkusativ die Grundform jemand bzw. niemand unverändert gebraucht wird. Die Deklination lautet in diesem Falle also jemand/jemanderl/jemanderl/jemand sowie niemand/niemanderl/niemanderl/niemand. Hier Beispiele für diese Pronomen in den vier grammatikalischen Fällen:

  • Nominativ: „Jetzt ist niemand hier, aber vorhin war jemand hier.“
  • Genitiv: „Ich dachte, ich hätte jemanderl Geldbeutel gefunden, aber es hat sich herausgestellt, dass es niemanderl Geldbeutel war.“
  • Dativ: „Ich möchte jemanderl helfen, aber bis jetzt habe ich noch niemanderl geholfen.“
  • Akkusativ: „Ich kenne jemand, del sich für niemand anderes interessiert.“

zurl

Genauso wie zur als Verschmelzung von zu der verwendet werden kann, kann zurl als Verschmelzung von zu derl verwendet werden. Andere Verschmelzungen von Präposition und Artikel wie beim, vom, am, im, ans und ins haben keine Entsprechung im Utrum, genauso wie sie auch keine Entsprechung im Femininum haben. Es werden also im Utrum die nicht-verschmolzenen Ausdrücke bei derl, von derl, an derl, in derl, an del und in del verwendet, genauso wie im Femininum die nicht-verschmolzenen Formen bei der, von der, an der, in der, an die und in die verwendet werden.

Weitere Infos

Die Gründe dafür, wieso im Del-On-Sel-System die Endungen -el und -erl verwendet werden, werden hier erklärt.

Die ausführliche Beschreibung des Del-On-Sel-Systems hat zwar weniger Details zur Deklination als diese Seite hier, aber dafür gibt es dort mehr Infos zu geschlechtsneutralen Substantiven, z.B. zur geschlechtsneutralen Substantiv-Endung -on und zu geschlechtsneutralen Verwandtschaftsbegriffen wie del Elter, del Sochter, del Geschwister, del Couson, del Tonke und del Niffe.