Pro-Contra-Liste: Alternativen zu „man“

Auf dieser Seite geben wir eine Übersicht über die aus unserer Sicht wichtigsten Argumente für und gegen die verschiedenen vorgeschlagenen Alternativen zum Indefinitpronomen man.

Drei der sechs zur Wahl stehenden Formen beginnen mit einem „m“. Ein möglicher Vorteil dieser drei Formen ist, dass es einigen Personen leichter fallen könnte, im spontanen Sprechen man mit einem Wort zu ersetzen, das mit dem gleichen Buchstaben beginnt, da sie dann einen Sekundenbruchteil länger Zeit haben, um sich auf die neue Form einzustellen.

Alle weiteren Vor- und Nachteile der sechs zur Wahl stehenden Formen werden unten gesondert aufgeführt.

mensch

Vorteile: Diese Form ist klanglich noch recht nah bei man, wobei die geschlechtsneutrale Semantik offensichtlich ist. Die Lösung wird auch schon von vielen praktiziert und würde von den meisten wohl direkt verstanden werden.

Nachteile: Die Aussprache ist etwas aufwändiger als bei man, und das Wort hat drei Buchstaben mehr. Und da das Wort bereits existiert, ist es nicht ausgeschlossen, dass es zu Missverständnissen oder Irritationen führt. Außerdem ist das Substantiv Mensch grammatisch maskulin, wodurch es für manche intuitiv sein könnte, auf das Pronomen mensch mit maskulinen Formen wie sein statt mit inklusivischen Formen wie ens zu verweisen. Ferner könnten manche Alterhumans – also Personen mit nicht (vollständig) menschlicher Identität – mensch als ausgrenzend empfinden.

men

Vorteile: Diese Form ist auf halbem Weg zwischen man und mensch, ohne die Nachteile von mensch zu haben. Sie ist genauso lang und aufwändig zu artikulieren wie man.

Nachteile: Da sich die Form nur in einem Buchstaben von man unterscheidet, könnte sie für einen Tippfehler gehalten werden. Außerdem ist sie klanglich noch so nah bei man, dass sie in schneller gesprochener Sprache damit verwechselt werden könnte. Ein weiterer Nachteil ist, dass men im Englischen als Plural von man eine eindeutig männliche Bedeutung hat.

ma

Vorteile: Diese Form existiert bereits in einigen süddeutschen Dialekten. Sie ist sogar noch kürzer als man und dennoch ähnlich genug, dass wohl die meisten sie als Alternative zu man verstehen würden.

Nachteile: Genau wie men könnte ma für einen Tippfehler gehalten werden, und auch klanglich könnte sie in schneller gesprochener Sprache damit verwechselt werden. Außerdem wäre es das einzige Wort in der deutschen Sprache, das aus m im Anlaut und einem Vokal besteht, wodurch es für einige undeutsch wirken könnte.

eins

Vorteile: Diese Form wird schon von vielen benutzt und würde aus diesem Grund wohl auf weniger Widerstand stoßen als men und ma.

Nachteile: Da das Wort bereits in anderer Bedeutung existiert, könnte es wie bei mensch zu Missverständnissen führen. Außerdem ist es bisher ein Neutrum, was entmenschlichend wirken könnte. Personen/Systeme mit dissoziativer Identitätsstörung (DIS) könnten eins ferner als ausgrenzend empfinden.

einey

Vorteile: Die Verwendung von einey lässt sich dadurch motivieren, dass es bereits grammatisch etabliert ist, man im Dativ und Akkusativ durch das Pronomen einem bzw. einen zu ersetzen. Im Inklusivum wird daraus im Dativ einerm, im Akkusativ einey. Da im Inklusivum die Nominativform allgemein mit der Akkusativform identisch ist, wäre es logisch, auch im Nominativ einey zu verwenden. Zudem muss dadurch keine zusätzliche Form gelernt werden, denn einey gibt es sowieso als inklusivische Form von einer.

Nachteile: Bei dieser Form würde die Bedeutungs-Unterscheidung aufgegeben, die bisher im Nominativ zwischen man und einer getroffen wird (wobei dieser Unterscheidung schon jetzt im Dativ und Akkusativ nicht getroffen wird). Außerdem führt diese Form mit der Endung ‑ey denjenigen Aspekt des De-e-Systems vor, der am ehesten Schwierigkeiten bei der Aussprache bereitet, und es ist der einzige Vorschlag, der zweisilbig ist. Personen/Systeme mit dissoziativer Identitätsstörung (DIS) könnten einey ferner als ausgrenzend empfinden.

leut

Vorteile: Diese Form ist motiviert durch das Wort Leute, wobei das finale ‑e getilgt wurde, damit das Wort so wie man einsilbig ist, sich klar von Leute unterscheidet und weniger an die pluralische Bedeutung von Leute denken lässt.

Nachteile: Trotz des getilgten ‑e könnte für manche Deutschsprachige die pluralische Bedeutung von Leute auch bei leut mitschwingen, was zum Beispiel bei folgendem Satz zu Unstimmigkeit führen könnte: „Wenn leut alleine wandert, begegnet leut sich selbst.“ Derartige Sätze dürften wohl allerdings nicht besonders häufig auftreten.