Umfrage-Ergebnisse

Während der gemeinschaftlichen Arbeit an einer Konsenslösung für geschlechtsneutrale Begriffe und Formen führen wir zwischendurch Umfragen durch, um zu ermitteln, welche Vorschläge die beliebtesten sind. Bisher hat es eine öffentliche Umfrage mit 500 Teilnehmernen und vier gruppeninterne Umfragen mit zwischen 18 und 42 Teilnehmernen aus unseren Diskussionsforen gegeben:

Auf den oben verlinkten Seiten finden sich Details zu den einzelnen Umfragen. Im Folgenden geben wir eine Kurz-Übersicht über die Umfrage-Ergebnisse.

Geschlechtsneutrale Grundformen (öffentlich)

Vom 22.1. bis zum 14.2.2021 hat eine öffentlich beworbene Umfrage zu geschlechtsneutralem Deutsch mit 500 Teilnehmernen stattgefunden. In der Umfrage wurde die Präferenz für die Grundform (d. h. Nominativform) der jeweiligen Wörter abgefragt.

  • Von 11 Vorschlägen für die Endung geschlechtsneutraler Substantive waren ‑e, ‑*in, ‑is, ‑i und ‑ir die beliebtesten.
  • Von 11 Vorschlägen für den bestimmten Artikel waren dey, de, dier und det die beliebtesten.
  • Von 17 Vorschlägen für den unbestimmten Artikel waren ein, eine, einet, eins und einir die beliebtesten.
  • Von 12 Vorschlägen für die geschlechtsneutrale Form von welche/welcher waren welch, welche, welchet, welchi(e)r und wechey am beliebtesten.
  • Von 20 Vorschlägen für das geschlechtsneutrale Personalpronomen waren dey, hen, em, sier und en am beliebtesten.

Geschlechtsneutrale Substantive (intern)

Vom 8.4. bis zum 24.4.2021 haben wir eine gruppeninterne Umfrage zu geschlechtsneutralen Substantiven durchgeführt, bei der 42 Personen aus unseren Diskussionsforen teilgenommen haben. Es standen insgesamt 20 Systeme für die Bildung der Singular- und Pluralformen der geschlechtsneutralen Substantive zur Auswahl. Die folgenden Beispielsätze veranschaulichen die bei dieser Umfrage beliebtesten Systeme:

  • Kim ist Schwimmer*in und Dän*in. Kim und Leo sind Schwimmer*innen und Dän*innen. (Aussprache mit kurzer Sprechpause bei jedem Gendersternchen)
  • Kim ist Schwimmere und Dänere. Kim und Leo sind Schwimmerne und Dänerne.
  • Kim ist Schwimmere und Dänere. Kim und Leo sind Schwimmere und Dänere.
  • Kim ist Schwimmere und Dänere. Kim und Leo sind Schwimmeres und Däneres.
  • Kim ist Schwimmens und Dänens. Kim und Leo sind Schwimmense und Dänense.
  • Kim ist Schwimmis und Dänis. Kim und Leo sind Schwimmis und Dänis. (Aussprache der Endung -is jeweils mit kurzem i wie bei Praxis)

Im ursprünglichen Beispielsatz kamen zusätzlich zu „Schwimmer“ und „Däne“ auch „Student“ als Beispielwort vor. Bei den drei Systemen mit „Schwimmere“ und „Dänere“ gab es dabei zwei Varianten: „Studente“ und „Studentere“. Die erste war ein bisschen beliebter als die zweite, aber der Unterschied war so gering, dass sich beide Varianten für die weitere Arbeit qualifiziert haben.

Genitiv- und Dativformen (intern)

Während der Diskussion zu der Deklination der Artikel haben wir vom 3.9. bis zum 11.9.2021 eine gruppeninterne Vorumfrage zu den Genitiv- und Dativformen der Artikel durchgeführt. Es haben 22 Personen teilgenommen.

Es wurde über folgende sieben Vorschläge für die Genitiv- und Dativ-Endungen abgestimmt. Die beliebteste Form war ‑ers/‑erm. Auch ‑ens/‑ern, ‑ers/‑ern und ‑ens/‑erm haben so gut abgeschnitten, dass sie bei der nächsten Umfrage noch in Kombination mit bestimmten Grundformen zur Wahl gestellt wurden.

Geschlechtsneutrale Artikel (intern)

Vom 26.10. bis zum 13.11.2021 haben wir die gruppeninterne Hauptumfrage zu den geschlechtsneutralen Artikeln durchgeführt. Es haben 18 Personen teilgenommen. Wir haben die Umfrage nach den drei Artikelparadigmen des Deutschen aufgeteilt:

  • das ein-Paradigma, zu dem der unbestimmte Artikel („ein(e)“) gehört, aber auch „kein(e)“ sowie die Possessivartikel („mein(e)“, „sein(e)“, „ihr(e)“, „unser(e)“ usw.)
  • der bestimmte Artikel: der/die/das
  • das jed-Paradigma, zu dem außer „jede(r/s)“ auch „diese(r/s)“, „welche(r/s)“, „jene(r/s)“ usw. gehören

In der Umfrage standen 30 Vorschläge für die Deklination des ein-Paradigmas, 17 für den bestimmten Artikel und 26 für das jed-Paradigma zur Wahl.

Die beliebtesten Vorschläge in allen drei Paradigmen haben allesamt die Endungen -ers und -erm für den Genitiv bzw. Dativ. Damit ist die schon in der Vorumfrage ermittelte Beliebtheit dieser Genitiv-Dativ-Deklination bestätigt worden. Bezüglich der Frage, ob die Akkusativform genauso wie die Nominativform lauten oder stattdessen durch die Endung -ern markiert werden soll, gab es kein eindeutiges Ergebnis, weswegen wir die Entscheidung über die Akkusativform auf später verschoben haben.

Bezüglich der Grundformen gab es folgendes Ergebnis:

  • Beim ein-Paradigma war die endungslose Form ein am beliebtesten. Zusätzlich haben einey, eint, einet, eine und eins relativ gut abgeschnitten und blieben daher für die weitere Entscheidungsfindung im Rennen.
  • Beim bestimmten Artikel war die Form de mit großem Abstand am beliebtesten. Auch dey und det blieben noch im Rennen.
  • Im jed-Paradigma sieht es sehr ähnlich aus wie im ein-Paradigma: Die endungslose Form jed hat am besten abgeschnitten, wobei auch jedet, jedey und jede noch im Rennen blieben.

Artikelsysteme (intern)

Vom 8.12. bis zum 19.12.2021 haben wir innerhalb unserer Diskussionsforen eine Umfrage durchgeführt, um zu ermitteln, welche Vorschläge für Gesamtsysteme geschlechtsneutraler Artikel am beliebtesten sind. Dabei haben wir der Übersichtlichkeit nur Grundformen betrachtet und den Akkusativ ausgeklammert. Die Genitiv- und Dativform stand ja bereits fest.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Hauptumfrage zu den Artikeln standen 14 Kombinationen von Grundformen zur Auswahl. Die drei beliebtesten Kombinationen, die sich für die weitere Arbeit qualifiziert haben, sind ein/de/jed, ein/de/jedet und ein/de/jedey.