Vergleich zwischen Del-On-Sel-System und De-Le-System

Wie hier erwähnt, hatte das Del-On-Sel-System einen Vorgänger namens De-Le-System. Hier ein kurzer Überblick über die Formen des De-Le-Systems im Vergleich zum Del-On-Sel-System:

Del-On-Sel-SystemDe-Le-System
Nominativdel gutel Freundonde gute Freundir
Genitivderl guten Freundondes guten Freundirs
Dativderl guten Freundonder guten Freundir
Akkusativdel gutel Freundonden guten Freundir

Als Personalpronomen verwendet das De-Le-System le/lein/lir/lich anstatt sel/serl/serl/sel.

Es gibt drei Gründe, wieso ich mittlerweile das Del-On-Sel-System gegenüber dem De-Le-System bevorzuge, wobei der zuerst gennante Grund der ursprüngliche Auslöser für die Entwicklung des Del-On-Sel-Systems war:

  • Klare Unterscheidung zwischen geschlechtsneutralen und geschlechtlich markierten Formen: Im De-Le-System gibt es Ausdrücke wie den guten Freundir, bei denen der Artikel und das Adjektiv dieselbe Form haben wie im Maskulinum und erst bei der Substantiv-Endung -ir klar wird, dass es sich um einen geschlechtsneutralen Begriff handelt. Dasselbe Problem tritt auch in Bezug auf den Femininum auf, z.B. im Dativ bei der guten Freundir, aber auch im Nominativ, wenn der unbestimmter Artikel verwendet wird, z.B. eine gute Freundir. Mehrere nicht-binäre Personen haben darauf hingewiesen, dass sie es als unpassend und unangenehm empfinden, wenn für sie Artikel oder Adjektive verwendet werden, die dieselbe Form wie maskuline oder feminine Artikel bzw. Adjektive haben. Im Del-On-Sel-System wird dieses Problem gänzlich vermieden, da sich in allen Fällen, in denen sich die maskuline Form von der femininen Form unterscheidet, auch die neue geschlechtsneutrale Form von diesen beiden Formen unterscheidet.
  • Leichte Erlernbarkeit: Beim De-Le-System hatte ich dafür gesorgt, dass alle vier grammatikalischen Fälle unterscheidbar sind. Das hat allerdings dazu geführt, dass das System viele verschiedene grammatikalischen Formen aufweist und dadurch ziemlich schwierig zu erlernen ist. Im Del-On-Sel-System habe ich hingegen anlehnend daran, wie das Femininum im Deutschen funktioniert, die Unterscheidung zwischen Nominativ und Akkusativ sowie die Unterscheidung zwischen Genitiv und Dativ aufgegeben, so dass es nur halb so viele Formen gibt. Des Weiteren lassen sich die Formen auf einfache Weise von den femininen Formen ableiten, in den meisten Fällen durch einfaches Anhängen des Buchstabens l. Das macht das Del-On-Sel-System vergleichsweise leicht erlernbar.
  • Natürlichkeit der Endung -on im Vergleich zu -ir (sowie im Vergleich zu -e): Im De-Le-System wird -ir als Endung für die geschlechtsneutralen Substantive verwendet (in der ersten Version des De-Le-Systems war es noch -e anstelle von -ir). Die Begründung für die Endung -ir war, dass diese Endung als Kompromissform zwischen der männlichen Endung -er und der weiblichen Endung -in angesehen werden kann. Trotz dieser Begründung macht diese Endung einen eher künstlichen Eindruck, da es im traditionellen Deutsch kein geschlechtsneutrales Wort gibt, das auf -ir endet. Die Verwendung der Endung -on in Anlehnung an das häufige geschlechtsneutrale Wort Person macht hingegen einen natürlicheren Eindruck. (Die erste Version des De-Le-Systems mit der Substantiv-Endung -e hingegen hatte das Problem, dass noch häufiger als in der späteren Version des De-Le-Systems Ausdrücke, die geschlechtsneutral sein sollten, nicht von den entsprechenden maskulinen oder femininen Formen unterscheidbar waren, z.B. die Studenten oder meine Verlobte.)